Autonome Elektro-Shuttlebusse

Im fahrerlosen Postauto durch die Stadt

In einem Pilotversuch des Mobilitätslabors Sitten testet PostAuto derzeit zwei autonome Elektro-Shuttlebusse. Ohne Fahrer sollen sie schon bald bis zu acht Personen sicher durch die Walliser Hauptstadt transportieren.

Kein Lenkrad, keine Pedale und kein Fahrersitz. Nur ein Fahrgastraum mit Sitzen und zwei Notfallknöpfe, mit denen die Passagiere das Fahrzeug jederzeit anhalten könnten: So sehen die neuesten Postautos in Sitten aus. Ein Computer steuert die Fahrzeuge mit Hilfe von Sensordaten, GPS und genauen Karten sicher und zuverlässig durch den Verkehr. Seit Dezember 2015 testen Fachspezialisten die zwei elektrisch angetriebenen Busse des französischen Herstellers Navya auf einem abgesperrten Areal. Noch sieht das Gesetz keine autonomen Fahrzeuge auf der Strasse vor. Wenn die involvierten Behörden jedoch die nötigen Sonderbewilligungen erteilen, fahren die Busse schon bald in der Innenstadt von Sitten. Wer sich traut, darf dann kostenlos mitfahren.

Die Sicherheit ist gewährleistet

Viel Mut braucht das indes nicht. Die Shuttlebusse fahren maximal 20 Kilometer pro Stunde. Sie navigieren auf den Zentimeter genau und erkennen dank verschiedener Sensoren jedes Hindernis und jedes Verkehrssignal. Ausserdem werden sie während der zweijährigen Pilotphase stets von einer instruierten Person begleitet. Acht weitere Passagiere darf jeder Bus dabei zusätzlich befördern. Die Sicherheit ist einer von mehreren Gründen, weshalb weltweit Unternehmen, Hochschulen und Behörden an selbstlenkenden Fahrzeugen forschen: Sie könnten dereinst die Unfallzahlen im Verkehr drastisch reduzieren.

Neue Mobilitätskonzepte erforschen

Die Entwicklung und Erprobung solcher Technologien will PostAuto in der Schweiz mittragen. Dabei ist es nicht das Ziel, auf bestehenden Buslinien autonome Fahrzeuge einzusetzen. Vielmehr will PostAuto zusammen mit seinen Partnern neue Mobilitätskonzepte erforschen. Der Versuch findet im Rahmen des Mobiliätslabors Sitten statt. Die Software des Schweizer Start-ups BestMile überwacht und steuert die autonomen Fahrzeuge. Zudem sind der Fahrzeughersteller und die Bewilligungsbehörden eng involviert.

Die Projektbeteiligten wollen herausfinden, ob autonome Shuttles der Bevölkerung einen Mehrwert bieten können. Vorstellbar sind zum Beispiel ein Mobilitätsangebot in städtischen Fussgängerzonen oder die Ergänzung des heutigen öffentlichen Verkehrs mit bedarfsorientierten Dienstleistungen wie flexiblen Fahrplänen, Rufbussen und Haus-zu-Haus-Verbindungen. Nicht zuletzt könnten dank autonomer Shuttlebusse dereinst abgelegene Orte und kleinste Siedlungen an das ÖV-Netz angeschlossen werden.

www.postauto.ch/smartshuttle

Innovation made by PostAuto

Im sogenannten Mobilitätslabor entwickelt und testet ein Expertengremium unter der Leitung von PostAuto innovative Lösungen zur Fortbewegung von Menschen. Ziel ist es, die Mobilität nachhaltig zu verbessern. Das Gremium besteht aus Fachleuten von PostAuto, aus dem Kanton Wallis, der Stadt Sitten, der ETH Lausanne und der Fachhochschule HES-SO Valais-Wallis. Die Spezialisten beschäftigen sich mit Alternativen zum Privatauto, Studien zur Nutzung von Bike- und Carsharing oder auch der Entwicklung von innovativen Dienstleistungen wie digitalen Ticketlösungen.

Auf den Strassen von Sitten ist die Zukunft der Mobilität unterwegs.

Roman Cueni, Leiter Mobilitätslösungen